Ein Austausch, der bleibt: Mit Erasmus+ nach Zamora und zurück

Vor einigen Tagen stand ich vor der Tür des Oberstufenbüros, bereit meine finale Fächerwahl für die Elfte Klasse abzugeben. Mein Plan war es Spanisch ein für alle mal  abzuwählen, doch wieder erwarten war es doch nicht so leicht wie gedacht. Zu viele Erinnerungen klopften an meinem Kopf an und verlangten nicht vergessen zu werden.

Die Erinnerungen, von denen ich spreche, sind zum größten Teil in Zamora entstanden. Zamora ist die Hauptstadt einer gleichnamigen Provinz in Spanien. Neben zahlreichen Kirchen, Plätzen und sehr schönen altmodischen Straßen, befindet sich dort auch die Schule „Corazón de María“, mit der das OHG jedes Jahr einen Austausch organisiert.
Ende Januar flog der Flieger dann für uns Spanisch-Schülerinnen erneut ab, auch wenn dieses Mal unter ganz anderen Umständen: im Flugzeug saßen dieses Jahr nur drei anstatt zwanzig und auch der Rückflug war nicht für die nächste Woche Gebucht.
Ein Monat Spanien! Genau das stand mir und zwei meiner Mitschülerinnen bevor und kaum saßen wir im Flugzeug, hörten wir nur noch Spanisch um uns herum.
Unsere Gastfamilien begrüßten uns mit offenen Armen und auch alle anderen, die wir trafen begegneten uns mit einer Offenheit, von der man in Deutschland nur träumen könnte.
Innerhalb des nächsten Monats wuchsen wir immer mehr mit unseren Austauschpartnern zusammen und in ihre Familien hinein. Wir gingen mit ihnen in die Schule und machten zahlreiche Ausflüge. An einem Tag sind wir zum Beispiel nach Salamanca gefahren. Das ist eine große Stadt in der Nähe von Zamora. Wir haben die Universitäten und Kirchen besucht, die schönen Fassaden bewundert und etwas gegessen.

Neben den Ausflügen in andere Städte haben wir auch innerhalb von Zamora viel erlebt. Da wir auch über Karneval dort waren, haben wir eine ganz andere Kultur kennen lernen dürfen. Dort ist nämlich nicht Karneval das größte Fest im Jahr, sondern Ostern. Die Semana Santa (also Osterwoche) haben wir leider nicht mehr mit erlebt. Doch ganz ähnlich wie wir an Karneval, zieht man in Spanien an Ostern mit großen Paraden durch die Straßen.

Wir lernten also eine ganz neue Kultur kennen und nebenbei auch noch ganz verschiedene Menschen, mit verschiedenen Lebensstilen. Aber natürlich wurde auch unser Spanisch von Tag zu Tag besser und fließender. Das fiel zwar in Spanien noch nicht so sehr auf, aber in Deutschland dann doch schon sehr.

In Spanien haben wir viele verrückte, andere, aber vorallem schöne Dinge gesehen und  erlebt. Und als dann alles anfing gewohnt zu wirken, stand schon die Rückreise an. Obwohl unsere Austauschpartner uns direkt zurückbegleiteten, um ihrerseits einen Monat in Deutschland zu verbringen, gab es doch einige Abschiede. So viele Menschen, die ich nie getroffen hätte, die wir nie hätten kennenlernen dürfen, hätten wir nicht Spanisch gewählt und uns auf diese Erfahrung eingelassen.

Austausche Fördern uns auf so viele Weisen. In unserer Sprache, unserer Erfahrung und der Kraft sich zu neuem zu überwinden. Zurückblickend kann ich unsere Zeit in Spanien nur als Chance bezeichnen. Sie hat uns eine Tür eröffnet hinter der sich mehr als zwanzig Länder und Millionen Menschen befinden und irgendwie auch der Rest der Welt.

Verfasst von Aria Begic (10A), Catharina Duda (10C), Klara Much (10C)