Erasmus+-Physikaustausch mit dem Lycée Polyvalent Pierre Joël Bonté

Schon das dritte Mal wurde im Rahmen von Erasmus+ ein Physik-Austausch mit der dem Lycée Polyvalent Pierre Joël Bonté in Riom (Auvergne) durchgeführt. Eine Gruppe von 16 Schüler*innen der Physikkurse der EF ist im Oktober letzten Jahres nach Riom gefahren, um dort mit 15 französischen Gastschüler*innen physikalische Experimente zur Mechanik in der Schule durchzuführen und (in Englisch) zu präsentieren.

Die Schüler*innen des OHGs haben eine Woche in den Gastfamilien gewohnt. Neben dem Physik-Projekt standen viele gemeinsame Unternehmungen auf dem Programm, wie z.B. eine Wanderung auf den Puy de Dôme, ein gemeinsames Pétanque-Spiel, der Besuch des Wissenschaftsmuseums l‘Aventure Michelin und der Altstadt von Clermont-Ferrand etc. Umso mehr haben sich alle auf den Rückbesuch unserer französischen Freunde vom 21.03.-27.03.26 für das Projekt „Physics of Space and Astronautics“ gefreut.

Physics of Space and Astronautics

Eine Woche Erasmus+ Austausch mit unseren französischen Freunden (von Benedikt Kraus)

Am Samstagabend kamen unsere französischen Austauschpartner nach einer achtstündigen Reise mit dem Eurostar am Kölner Hauptbahnhof an. Gemeinsam mit Frau Garnier und Herrn Kemper haben wir sie dort abgeholt und sind in die Familien gefahren. Nach der langen Reise gab es erstmal etwas zu essen und danach haben sich einige noch privat getroffen, um einen schönen Abend zu verbringen.

An unserem ersten Tag sind wir gemeinsam mit dem Astronomen Boris Dirsch in der Eifel zum Radioteleskop Effelsberg gewandert. Auf dem „Milky Way Path“ sind uns die erstaunlichen Dimensionen unserer Galaxie veranschaulicht worden. Bei einer Gehgeschwindigkeit von 4km/h bewegen wir uns im Maßstab mit 350 millionenfacher Lichtgeschwindigkeit. Nach einer Rast bei Dieters Imbiss und einer Pommes ging es dann wieder zurück zum Bus, der uns anschließend zu einer Bowlingbahn gefahren hat. Das gemeinsame Bowlen hat sehr viel Spaß gemacht. Den Abend haben wieder einige gemeinsam verbracht, haben Karten gespielt oder zusammengesessen und erzählt.

Der Montag war für uns ein mehr oder weniger normaler Schultag, an dem uns unsere Austauschpartner begleitet haben. Am Nachmittag waren wir in Köln und haben, mit einer Currywurst gestärkt, den Kölner Dom bestiegen. Dabei hat der ein oder andere sogar seine Höhenangst überwinden können. Bevor wir wieder nach Hause gefahren sind, sind wir noch durch die Schildergasse geschlendert.

Ein Highlight war der Besuch im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Dienstag. Dort konnten wir selbst einige Experimente im DLR School Lab durchführen und in einer Simulation die Soyuz Kapsel an die Internationale Raumstation (ISS) andocken. Am Nachmittag haben wir Besuch von Gerhard Thiele bekommen – einem echten Astronauten, der uns von seiner Mission und generellen Erfahrungen im Leben als Astronaut erzählt hat.

Auf seinem Flug ins All hat er nämlich als Teil einer fünfköpfigen Crew mit dem Spaceshuttle die Erdoberfläche vermessen und das mit überraschender Präzision. Mit seinem wirklich interessanten Vortrag noch im Kopf, sind wir zusammen mit Thiele zum Astronauten Ausbildungszentrum und zur Luna Halle gegangen. Auf dem Weg konnte er uns noch einige Fragen beantworten.

In der Ausbildungshalle haben wir einen Nachbau des europäischen Teils der ISS – dem Kolumbus Modul – und das Traningsschwimmbecken, in dem micro gravity Verhältnisse simuliert werden, sehen können. Abends sind wir noch zum Schloss Bensberg gefahren und haben uns den wunderschönen Sonnenuntergang angesehen.

Damit wir nicht nur die Erkenntnisse unserer eigenen Experimente, sondern auch die der anderen Gruppen mitnehmen, haben wir am Mittwoch uns die Ergebnisse gegenseitig präsentiert. Den Nachmittag haben wir alle zusammen verbracht und sind auch noch einmal nach Köln gefahren, um mit unseren französischen Freunden Souvenirs zu kaufen.

Am letzten Tag hat uns Herr Dentler in die Kletter- und Boulderhalle nach Lindlar begleitet, wo wir zusammen klettern konnten und sehr viel Spaß hatten. Ein paar haben auch die Slackline in einigen Metern Höhe ausprobiert und niemand musste Gravitationskräfte auf schmerzhafte Weise kennenlernen, da wir alle gut gesichert waren. Unseren letzten Abend haben wir auch wieder gemeinsam verbracht und uns mehrfach Pizza bestellt, bis alle satt waren.

Am Freitagmorgen kam dann nach einer sehr schönen Woche, in der alle viel gelernt haben und auch noch enger zusammengewachsen sind, der traurige Abschied, aber auch ziemlich schnell die Idee, sich privat in den Ferien nochmal zu treffen. Damit war es kein einfacher Abschied, aber einer mit Hoffnung auf ein Wiedersehen…

(Der Physik-Austausch mit unserer Partnerschule in Riom wurde finanziert über das Erasmus+-Programm der Europäischen Union.)