„Effective Communication for Teachers“ – Februar 2026
Im Februar 2026 hatte ich im Rahmen des Erasmus+-Programms die Möglichkeit, während der Karnevalswoche an der Fortbildung Effective Communication for Teachers der Europass Academy auf Malta teilzunehmen. Rückblickend war diese Woche für mich sowohl fachlich als auch persönlich eine äußerst bereichernde Erfahrung.
Untergebracht war ich in einem kleinen Apartment in Valletta, das im Vergleich zu anderen Unterkünften überraschend günstig war und dennoch keine Wünsche offenließ. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der kleine Mini-Balkon mit Blick auf das Meer. Dort konnte ich (im Februar!!!) morgens bei Sonnenschein frühstücken – ein perfekter Start in die Kurstage.
Die Europass Academy war von meiner Unterkunft aus gut zu Fuß erreichbar. Der Unterricht fand an fünf Tagen jeweils von 9 bis 14 Uhr statt. Schon der Empfang war ausgesprochen herzlich: Kaffee, Tee, Wasser, frisches Obst und kleine Snacks standen jederzeit zur Verfügung. Auch der Blick aus den Fenstern auf das Meer war etwas Besonderes.
Weniger angenehm waren allerdings die räumlichen Bedingungen. Wie alle Gebäude in Valletta war auch das Kursgebäude alt und verfügte über sehr dicke Steinwände. Dadurch war es im Inneren meist deutlich kälter als draußen. Die Fenster durften aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen nicht geöffnet werden. Trotz eines Klimageräts, das zum Heizen eingesetzt wurde, blieb der Raum kühl. Nach einigen Stunden mit 14 Teilnehmenden entstand dadurch tatsächlich eine sprichwörtlich „dicke Luft“. Diese Erfahrung hat mir noch einmal deutlich gemacht, welchen Einfluss Lernumgebung und Raumklima auf konzentriertes Arbeiten haben.
Der Kurs selbst beschäftigte sich mit der professionellen Kommunikation im schulischen Alltag. Behandelt wurden unter anderem sprachliche Strategien für Unterrichtsgespräche, Classroom Management, Aussprache und Hörverstehen, schriftliche Kommunikation mit Schülerinnen und Schülern sowie Eltern und Kolleginnen und Kollegen sowie simulierte Unterrichtssituationen mit anschließendem Feedback.
Den größten Gewinn der Fortbildung habe ich allerdings darin erlebt: Für eine Woche selbst wieder die Rolle eines Schülers einzunehmen, war ausgesprochen wertvoll. Nach mehreren Stunden Unterricht am Stück wurde mir erneut bewusst, wie anstrengend dauerhaftes konzentriertes Zuhören ist. Schon nach kurzer Zeit wächst der Wunsch nach Bewegung, Methodenwechseln und aktivierenden Phasen. Diese Erfahrung hat meinen Blick auf die Gestaltung meines eigenen Unterrichts noch einmal geschärft.
Am fruchtbarsten waren die Phasen, in denen wir selbst kleine Unterrichtseinheiten vorbereiteten und durchführten, während die übrigen Teilnehmenden die Rolle von Schülerinnen und Schülern übernahmen. Dadurch wurde deutlich, wie selbstverständlich Lehrkräfte häufig davon ausgehen, dass Arbeitsaufträge verstanden werden. Ich habe für mich mitgenommen, künftig häufiger nachzufragen, ob Aufgaben tatsächlich verstanden wurden, anstatt dies einfach vorauszusetzen, damit die Sprachbarriere den Lernerfolg nicht verhindert.
Als Englischlehrerin war es außerdem eine besondere Erfahrung, eine Woche vollständig in die englische Sprache einzutauchen. Tatsächlich habe ich in der Woche sogar auf Englisch geträumt. Auch wenn der maltesische Akzent für mich kein sprachliches Vorbild darstellt, war das kontinuierliche Anwenden der Sprache im Alltag total motivierend.
Ebenso spannend war der Austausch mit den anderen Teilnehmenden aus verschiedenen europäischen Ländern, darunter Frankreich, Polen, die Slowakei und Slowenien. Viele von ihnen unterrichteten keine Fremdsprachen. Dadurch wurde mir erneut bewusst, auf welch hohem Niveau viele meiner eigenen Schülerinnen und Schüler Englisch sprechen. Selbst Lernende der fünften Klasse verfügen häufig bereits über eine sehr sichere Aussprache. Gleichzeitig war der internationale Austausch über unterschiedliche Schulsysteme, Unterrichtskulturen und Herausforderungen im Schulalltag außerordentlich bereichernd und eröffnete viele neue Perspektiven.

Neben dem Kurs blieb genügend Zeit, Malta kennenzulernen. Besonders beeindruckt haben mich Wanderungen entlang der sonnigen Steilküsten, ein Ausflug auf die Insel Gozo, heftiger Wind und Regen (beinahe wäre ich auf Gozo gestrandet) sowie die Karnevalsparaden in Valletta. Obwohl sie zeitgleich mit dem Kölner Karneval stattfanden, waren sie kulturell völlig anders geprägt, unendlich lang – fuhren tags und nachts und boten interessante Einblicke in maltesische Traditionen.

Insgesamt blicke ich mit großer Dankbarkeit auf diese Erasmus+-Fortbildung zurück. Sie hat mir neue fachliche Impulse gegeben, meinen Blick auf guten Unterricht erweitert und mir zugleich ermöglicht, europäische Kolleginnen und Kollegen sowie ihre Schulsysteme kennenzulernen.
Mein herzlicher Dank gilt Philip Balling und Sebastian Lippert für die Unterstützung bei der Organisation der Fortbildung sowie unserem Schulleiter für die Bewilligung meines Vorhabens. Diese Woche auf Malta hat mich sowohl fachlich als auch menschlich ein gutes Stück weitergebracht.
Mona Offermann