Ein Staat für eine Doppelstunde

Feierliche Proklamation im Rahmen eines Kunstprojekts am 20. Juni 2016
Am 20. Juni findet auf dem Schulgelände des Otto-Hahn-Gymnasiums die Proklamation des Staates „Akwandia“ statt. Die Zeremonie der Ausrufung beginnt gegen 9.40 Uhr und wird nach dem Hissen der Staatsflagge von einer Pressekonferenz gefolgt. Dem strengen Protokoll für historische Großereignisse dieser Art geziemend werden in würdigem Rahmen die Verfassung, die Honoratioren und die ehrenwerten Vertreter des Volkes dem angereisten diplomatischen Corps vorgestellt.


Ist das nun ein Schild-, Reichsbürger- oder Schülerstreich? „Es ist Kunst“, erteilt der für die Aktion verantwortliche Schüler Luka Reitze (Q1) freimütig Auskunft. Im Rahmen eines Projektkurses hat er sich im Grenzbereich von Kunst zur Philosophie und Politik für Planung und Durchführung dieses ausgefallenen Projekts unter Leitung von Lehrer Henner Papies entschieden.Nachfragen der Schulleitung über die möglichen Auswirkungen seiner Umtriebe auf den Schulbetrieb begegnet er dabei mit staatstragender Miene: „Die Zeremonie ficht keinesfalls das Staatsgebiet, Volk oder die Gewalt möglicher Nachbarstaaten an.“
Der stellvertretende Schulleiter des Otto-Hahn-Gymnasiums Karl-Josef Sulski sieht's gelassen: „Kunst hin oder her: Die Hausordnung des Otto-Hahn-Schulzentrums gilt auch in „Akwandia“. Davon werde ich mich als Gesandter am 20. Juni auch persönlich überzeugen. Für die zwei Schulstunden seiner Existenz ist mir freilich an guten bilateralen Beziehungen mit dem Kunst-Staat gelegen“, lächelt er augenzwinkernd.

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