Verzauberung der Welt

Vortrag von Dr. Ernst-Peter Fischer am Donnerstag, dem 25. Januar 2018, um 18.30 Uhr im Raum 1010

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor rund 100 Jahren hat der Sozialwissenschaftler Max Weber die „Entzauberung der Welt“ durch Wissenschaft und Technik verkündet.

Die Welt schien im Laufe des 19. Jahrhunderts berechenbar geworden und damit verstanden zu sein. Tatsächlich hatte ein Professor für Physik dem Studenten Max Planck abgeraten, die Naturwissenschaften zu studieren, da die „Welträtsel“ gelöst seien, wie ein Buch
verkündete, das kurz vor 1900 erschienen ist. Und dann kam alles anders. Es war vor allem ein
Zeitgenosse von Planck namens Albert Einstein, der das Weltbild der Physik verwandelte und dort, wo
man vor seinem Auftreten meinte, Lösungen gefunden zu haben, stand man auf einmal vor offenen
Fragen, und der Boden wurde den Physikern unter den Füßen weggezogen. Bald sollte Carl Friedrich von
Weizsäcker schreiben, dass die Wissenschaft die Geheimnisse der Welt nicht wegerklärt, sondern sie im
Gegenteil vertieft, und Einstein freute sich über die Situation, denn in seiner Sicht der Dinge besteht das
Schönste, was der Mensch erleben kann, in dem Gefühl für das Geheimnisvolle. Und dieses Gefühl kann
man vor allem mit Hilfe naturwissenschaftlicher Erklärungen bekommen. Mit ihrer Hilfe gelingt tatsächlich
die Verzauberung der Welt, wie im Vortrag erzählt und vorgeführt wird. Die Naturwissenschaften
romantisieren die Welt, da sie das Bekannte durch das Unbekannte erklären, das Gewohnte in ein
Geheimnis verwandeln, dem Endlichen einen unendlichen Schein geben und dem Alltäglichen einen
hohen Sinn verleihen. Im Vortrag wird jeder dieser vier Punkte angesprochen und erläutert.
Dr. Ernst Peter Fischer (Jahrgang 1947) stammt aus Wuppertal und ist diplomierter Physiker,
promovierter Biologe und habilitierter Wissenschaftshistoriker. Er hat mehr als 60 Bücher geschrieben, die
von den Menschen erzählen, die Wissenschaft gemacht haben – zum Beispiel von Albert Einstein, Werner
Heisenberg, Wolfgang Pauli, Max Planck und anderen – und von dem Beitrag, den Physik, Chemie und
andere Disziplinen zur Kultur beitragen. Fischer stellt die Naturwissenschaften als „Die andere Bildung“
vor, wie sein Buch heißt, mit dem er auf die „Bildung“ von Dietrich Schwanitz reagiert, der die
Naturwissenschaften nicht dazu zählt und ihr Wissen abwertet. Zuletzt hat Fischer Bücher vorgelegt, die
fragen, wie „Gott und der Urknall“ zusammenhängen und was „Hinter dem Horizont“ liegt, wobei unter dem
letzten Titel eine Geschichte der Weltbilder erzählt wird, die Menschen sich gerne von dem machen, was
sie nicht sehen.

 

 

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