Leben auf dem Mars – und der Weg dorthin

Vortrag von Frau Dr. Christiane Heinicke am Donnerstag, dem 07. Juni 2018, um 18.30 Uhr im Raum 1010

Christiane Heinicke hat auf dem Mars gelebt. Zumindest fast. Die Physikerin und Ingenieurin verbrachte zwölf Monate in der Forschungsstation HI-SEAS unter marsähnlichen Bedingungen.

Während andere von spektakulären Abenteuern auf einem fremden Planeten träumen, hat sie erlebt, wie es sich wirklich anfühlt, weit entfernt von der Heimat in einer Umgebung zu leben, die man nur im Schutzanzug betreten kann. Denn das Leben auf dem Mars hat so seine Tücken, sowohl aufgrund der lebensfeindlichen Umweltbedingungen vor Ort, als auch wegen der riesigen Entfernung zur Erde, die ein schnelles Eingreifen im Notfall oder auch nur ein simples Telefonat unmöglich macht. Im Vortrag soll es genau um diese Schwierigkeiten gehen: Die verbleibenden technischen Herausforderungen auf dem Weg zum Mars und die häufig unterschätzte psychische Belastung, der Marsreisende ausgesetzt sein werden. Aber auch die schönen Seiten kommen nicht zu kurz, denn der Marsalltag hält durchaus angenehme Überraschungen bereit. Und so erklärt sich, dass die Vortragende sich noch heute mit dem außerirdischen (Über-)Leben beschäftigt: Sie arbeitet aktuell an einem funktionsfähigen Prototypen für eine Mond- oder Marsstation, damit zukünftiges Leben auf dem Mars in greifbare und vor allem lebenswerte Nähe rückt.

Christiane Heinicke studierte Technische Physik an der TU Ilmenau und Geophysik an der Uppsala Universitet. Anschließend kehrte sie nach Ilmenau zurück um dort 2013 mit Experimenten zur kontaktlosen Strömungsmessung zur Dr.-Ing. zu promovieren.

Ihren ersten Kontakt mit dem "Mars" hatte sie über Umwege, und während sie in an der Aalto University in Helsinki eigentlich an Meereis forschte: sie verbrachte zwei Wochen in der Wüste von Utah in einer Marsstation. Dieser Aufenthalt sollte den Grundstein für ihre Teilnahme an einem größeren Experiment legen, der vierten, von der NASA finanzierten, HI-SEAS Mission. Das Ziel der Simulationen, die in der HI-SEAS-Station durchgeführt werden, ist die Untersuchung der Gruppendynamik in Crews, die sich in Isolation befinden und unter Extrembedingungen arbeiten. Dazu werden die Crews marsähnlichen Bedingungen ausgesetzt – wie zum Beispiel 20min Verzögerung für jegliche Kommunikation und das Verbot, die Station ohne Schutzanzug zu verlassen.

Nach ihrer "Rückkehr" zur Erde war sie eine Zeit lang als freiberufliche Autorin und Rednerin beschäftigt, bevor sie im Oktober 2017 an das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen wechselte. Dort entwickelt sie heute eine funktionsfähige Station für den Mond und den echten Mars.

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