Über Taktik und Strategie

Mittwoch, 17. Mai 2017, 18.30 Uhr in Raum 1010

Vortrag von Prof. Axel Ockenfels: Elfmeter, eBay und Finanzmarktkrisen: Was treibt das Verhalten und wie können wir es beeinflussen?

In welche Ecke soll der Elfmeterschütze schießen? Wann sollte ein Bieter in Auktionen aussteigen? Spielt Fairness eine Rolle, wenn es um Geld geht? Wie kann das Verhalten in Märkten gesteuert werden? Jeder von uns muss jeden Tag zahlreiche Entscheidungen treffen, die nicht nur uns selbst, sondern auch andere betreffen.

Dabei sind Spielregeln einzuhalten, nicht nur im Sport, sondern auch auf Märkten und in Unternehmen. Die Spieltheorie empfiehlt uns, wie wir uns in solchen Situationen verhalten sollten. Sie erklärt menschliches Verhalten und hilft bei dem Design von Anreizen, Märkten und Algorithmen. Doch nicht alle Menschen folgen den Empfehlungen der Spieltheorie. Oft kommt es zu (vermeidbaren) Fehlern oder zu bewussten Abweichungen. Der Vortrag entführt mit Hilfe von Beispielen in die spannende Welt der Taktiken und Strategien. Er zeigt, wie Spieltheorie und moderne ökonomische Verhaltensforschung helfen, die (Ir-)Rationalität des Menschen zu vermessen. Und er argumentiert, dass von diesen Erkenntnissen die Wissenschaft und die Praxis gleichermaßen profitieren können.

Prof. Axel Ockenfels studierte Volkswirtschaftslehre in Bonn, verbrachte längere Forschungsaufenthalte in Magdeburg, an der Penn State University und Harvard University bevor er ans Max Planck Institut in Jena ging und schließlich 2003 als Professor für Volkswirtschaftslehre an die Universität zu Köln berufen wurde. Dort gründete er das Laboratorium für Wirtschaftsforschung und leitete bis 2007 das Energiewirtschaftliche Institut. Nach einem Zwischenstopp mit einer Gastprofessur an der Stanford University leitet er seit 2015 das „Exzellenzzentrum für soziales und ökonomisches Verhalten" der Kölner Universität. Ockenfels ist Mitglied der Europäischen, der Berlin-Brandenburgischen und der Nordrheinwestfälischen Akademie der Wissenschaften und sitzt im Wissenschaftlichen Beirat des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. In der Forschung beschäftigt er sich mit dem Design von Märkten und Anreizen und mit Verhaltenswissenschaftlichen Fragen. Für seine bahnbrechenden Arbeiten hat er zahlreiche Preise erhalten, darunter als erster Wirtschaftswissenschaftler nach 17 Jahren den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Seine Expertise zu Marktdesign und strategischem Verhalten wird weltweit von Regierungen, Marktplattformen und der Wirtschaft nachgefragt.

 

 

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